Ulrich Büchlers letzte Reise

Hannover: Der Tangohimmel hatte ihm seine Tore geöffnet, und Ulrich hat sich auf den Weg gemacht. Nun ist er dort und bei uns fort.
Er starb am 13.12.2020 mit 70 Jahren, um seine letzte Reise in Hannover anzutreten.

Wir vermissen ihn, den Liebhaber und Kenner dieser besonderen Musikrichtung, des Neotangos.
Er ahnte es schon recht früh, dass es mit seiner Krankheit diesmal nicht gut ausgehen würde. Dabei hätte er noch gerne einige Zeit hier unten verbracht und sich dem Tango weiter hingegeben, denn das war sein Ding, seine Leidenschaft, für die er nicht nur aber doch schon sehr intensiv gelebt hat. Wie gern hätte er noch einige Tänze gemacht, doch auch Corona hatte kein Einsehen auf seiner letzten Wegstrecke.

Der Abschied

Dafür hat er sich aber würdevoll und dem Tango ganz hingegeben, verabschiedet. Die Abschiedsworte kamen von einem auch Tango tanzenden Pastor, der genau das Gefühl kannte, über die Tanzflächen zu schweben und dem Tangohimmel so nah zu sein. Nun ist Ulrich dort und seinen Abschied hat er genau vorbereitet.

Statt klassischer Kirchenmusik ging er mit von ihm ausgewählten Tangostücken seine letzte Wegstrecke in den Tangohimmel. Aufgebettet im Klang der Tangomusik lauschte er den letzten Worten, die sein Stellvertreter für ihn an uns, seine traurigen Tangofreunde, richtete.
Die Kapelle war vom Klang der Tangomusik erfüllt und ließ die Gefühle aufleben, die der Tanz uns immer schenkt. Als wenn Ulrich nun ein letztes mal mit uns auf der Tanzfläche dahin gleitet.

Selbst an seinem Grab, als sich sein Sarg in die Erde gesenkt hatte, ertönte noch ein Tangomusikstück auf dem Handy eines Abschied Nehmenden in die Worte des Pastor, als wollte er noch einen letzten Anruf tätigen und uns einen letzten Gruß schicken .
Nun ist er sicher angekommen von seiner Reise zum Tangohimmel und schaut, was und wie wir nun ohne ihn tanzen.

Neotango im Milieu

Jeder erste Freitag im Monat war sein Abend im Tangomilieu in Hannover, sein Neotangoabend der Tango al gusto. Puristen und konservative Tangotraditionisten konnten damit nicht so viel  anfangen, denn in ihren Augen war das kein richtiger Tango. Sie kleben an der alten Tangomusik der 1930-ger Jahre, die nicht viel Neues zulässt.

Da war Ulrich ganz anders, experimentell eingestellt immer auf der Suche nach neuen Tangostücken, mit neuen Interpretationen, ganz anderen Instrumenten, wie z. B. Synthesizer, Elektrogitarre oder ganz untypische Musikstücke, zu denen man gut Tango tanzen konnte.

Ulrichs Fangemeinde

Es hatte sich im Laufe der Jahre eine Fangemeinde entwickelt, die extra für Ulrichs Musik weite Strecken auf sich nahm, um nach seiner Musik tanzen zu können.

Ulrich war schon ein ganz besonderer Mensch, der mit seiner außerordentlichen Sachkenntnis immer das richtige Händchen für diese Musikrichtung hatte.

Ulrich war nicht irgendein Discjockey, nein, er war schon ein Großer seines Faches und über Hannover hinaus bekannt. Er hatte ein besonderes Talent bei der Auswahl seiner Stücke. Auch seine Homepage, Tango al gusto, die er betrieb, glänzte mit ungewöhnlichen Musikvorschlägen und wies immer den Weg zu schönen Musikveranstaltungen, Milongas, die insbesondere den Neotango betrafen.

Nun hat Corona vorerst das Loch, die Lücke verdeckt, die Ulrich hinterlassen hat.
Tanzen ist vorläufig nicht gestattet und keiner weiß, wann es wieder los geht.
Wir hoffen, dass er mit seiner Musik den Tangosalonbetreiber des Tango Milieus, den Josch, so beeindruckt hat, dass dieser alles daran setzt, einen würdigen Nachfolger für Ulrich zu finden. Das wäre sicher in seinem Sinne.

Der Weg zum Tangohimmel über Buenos Aires

Vielleicht hat Ulrich ja auch noch einen Umweg gemacht auf seinem Weg. Einen kleinen Abstecher über Buenos Aires, der Tangohauptstadt, um noch einmal einen letzten Blick zu werfen auf die Quelle seiner Leidenschaft, da wo der Tango geboren wurde. Wir wünschen es ihm und hoffen, er hatte eine gute Reise.

Gründung der Stadt Buenos Aires

Erste Gründung der Stadt (1536–1541)

Am Südufer des Rio de la Plata, auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils San Telmo gründete der Konquistador Pedro de Mendoza am 2. Februar 1536 die Siedlung Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre („Hafen unserer lieben Frau [der Heiligen] Maria der guten Luft“). Nach anderer Überlieferung wurde der Name wegen der günstigen Winde im Río de la Plata gewählt. Eine plausiblere Erklärung für den Bezug auf „gute Lüfte“ ist, dass die Hafenstadt zur Zeit ihrer Gründung an der mittlerweile entdeckten Route um Kap Hoorn lag und für alle von Norden kommenden Schiffe, einer der ersten malariafreien Orte im Osten Südamerikas war.

Die lokalen Querandí-Indianer reagierten darauf mit wiederholten Angriffen, so dass Mendozas Siedler den Ort 1541 aufgeben mussten.

Die zweite, diesmal erfolgreiche Stadtgründung

Die zweite, diesmal erfolgreiche Stadtgründung erfolgte 1580 durch Juan de Garay.

1776 wurde Buenos Aires schließlich zur Hauptstadt des Vizekönigreichs des Río de la Plata, das aus dem Vizekönigreich Peru ausgegliedert wurde.

Am 25. Mai 1810 vertrieben bewaffnete Bürger der Stadt Buenos Aires den Vizekönig Baltasar Hidalgo de Cisneros y la Torre.

1829 übernahm der Föderalist Juan Manuel de Rosas als Gouverneur die Herrschaft über Buenos Aires.  Mit dem Sturz Rosas öffnete sich die Stadt für Einwanderer aus Europa.

1880 wurde die Stadt Buenos Aires unter Julio Argentino Roca von der gleichlautenden Provinz abgetrennt und gleichzeitig zur Hauptstadt Argentiniens erklärt. 1890 war Buenos Aires die größte und wichtigste Stadt in Lateinamerika. Um die Jahrhundertwende betrug die Einwohnerzahl nahezu eine Million. Durch viele italienische Auswanderer hat sich in dieser Zeit die Mischsprache Cocoliche herausgebildet, die zeitweise von über 40 Prozent der Bevölkerung gesprochen wurde. (Textquelle hauptsächlich aus Wikipedia)

Impressionen aus  Buenos Aires

Stadtviertel La Boca

Das Viertel La Boca war der erste Hafen von Buenos Aires, dort wo Ende des 19. Jahrhunderts die Auswandererschiffe anlegten, die Auswanderer, die Farbreste von den Schiffen mitnahmen und damit die Häuser so schön bunt angemalt haben und wo der Tango entstand. Von Quinquela Martín stammte die Idee, auch die Häuser der Straße El Caminito in La Boca in bunten Farben anzustreichen. Die Ecke war für einige Jahre der Schandfleck von La Boca, bis der Künstler Benito Quinquela Martín zu Farbeimern griff und die Fassaden entlang der Straße bunt anstrich. 1959 wurde der Caminito zur Museums-Straße (Calle Museo) erklärt. (Textquelle teilweise aus Wikipedia)

Tango im Viertel La Boca

Der Caminito ist eine ca. 100 Meter lange Fußgängerzone im Stadtteil La Boca in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Der Caminito wurde auch in einem Tango verewigt. Die Musik zu „Caminito“ (1926) stammt von Juan de Dios Filiberto, der Text von Gabino Coria Peñaloza. Hier haben sich viele Tangocafe´s angesiedelt, wo auch für Touristen Tango gezeigt wird. (Textquelle hauptsächlich aus Wikipedia)

Stadion der Boca Juniors

Mitten in dem Viertel La Boca  befindet sich das Stadion der Boca Juniors, dort wo Diego Maradona groß geworden ist

Fahrt durch das altes Viertel La Boca

Straßen und Plätze

Die alten Viertel weisen noch die ursprünglichen Strukturen und Bebauung auf. Neue Viertel sind zunehmend gekennzeichnet durch Funktionsbauten, Hochhäuser aber auch moderne Repräsentationsgebäude.

Das Stadtbild ist seit dem 20. Jahrhundert stark verändert worden.

Große Straßenachsen verbinden die Stadtviertel.

Eine der Hauptachsen ist die 1,6 km lange Avenida de Mayo, die von der Casa Rosada (Sitz des Staatspräsidenten) an der Plaza de Mayo zur Plaza del Congreso mit dem Gebäude des Nationalkongresses verläuft. Hier fließt sie dann mit der Avenida Rivadavia zusammen und setzt sich in westliche Richtung über weitere 40 Kilometer fort. Um den Bau der Prachtstraße gab es seinerzeit viele Unstimmigkeiten, erst zwölf Jahre nach der ersten Idee konnte die Avenida eingeweiht werden. Heute sind hier viele architektonisch wichtige Gebäude zu bewundern.

Als „Straße, die niemals schläft“, wird die Avenida Corrientes bezeichnet. Sie verläuft in westöstlicher Richtung vom Geschäftszentrum San Nicolás bis Chacarita. Entlang der Straße finden sich viele Theater, darunter das Teatro Ópera, weswegen sie auch als „Broadway von Buenos Aires“ angesehen wird. (Textquelle hauptsächlich aus Wikipedia)

Der mittlere Hafen, Puerto Madero,

Rechts alte Lagerhallen als Backsteingebäude, die an die Speicherstadt in Hamburg erinnern,

Über den Rio del la Plata  nach  Uruguay

Es sind insgesamt nur 50 Kilometer Luftlinie von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento in Uruguay. Der schnellste Weg auf die andere Flussseite ist mit der Fähre. Viele, die nach Uruguay reisen, machen nur einen Tagestrip nach Colonia del Sacramento oder noch nach Montevideo.

Verkaufsstelle von Tickets

Der Friedhof  La Recoleta

Eine bedeutende Sehenswürdigkeit von Buenos Aires ist der Friedhof La Recoleta, wo unter anderem Eva Perón begraben liegt.

Reiche Familien ließen einige Reihen mit prächtigen Mausoleen unterschiedlichster Architektur bebauen, die eins gemeinsam haben: Sie sollten lange vom irdischen Ruhm und Reichtum der Verstorbenen künden. Die Wege sind großzügig angelegt und reichlich mit Bäumen bepflanzt. (Textquelle hauptsächlich aus Wikipedia)

Stadtviertel  Abasto

Zentraler Mittelpunkt des Viertels ist das gleichlautende Kaufhaus. Hier wohnte Carlos Gardel, eine prägende Persönlichkeit des Tango

Teatro Colón

Das Colón gehört zu den berühmtesten Opernhäusern der Welt. Das heutige Teatro Colón, zwischen der Plaza Lavalle und der Avenida 9 de Julio gelegen, wurde von 1889 bis 1908 von den Architekten Francesco Tamburini, Angelo Ferrari, Victor Meano und Julio Dormal entworfen. Es wurde am 25. Mai 1908 mit der Oper Aida von Giuseppe Verdi eröffnet. Das Theater hat 2500 Sitz- und 1000 Stehplätze. (Textquelle: Wikipedia)

Tangosalons und Shows

Tango Argentino zählt inzwischen seit September 2009 zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit der UNESCO. Der Tango ist eine bedeutende Einnahmequelle. Man schätzt, dass vor Corona jährlich ca. zwei Milliarden Euro an Einnahmen durch den Tangotourismus erzielt wurden.

Unzählige Tangosalons und Schulen sind in der ganzen Stadt verteilt.

Das Cafe Confitería Ideal gehört zu den ältesten und traditionellsten Tangosalons: Im holzvertäfelten Obergeschoss des „Ideal“, unter goldenen Lüstern und bröckelndem Putz, trifft sich das meist ältere Publikum zum Tanz. Zumindest, wenn nicht Corona ist.

Auch viele Shows und Konzerte finden täglich statt.

Tango in Europa und bei uns

Inzwischen hat der Tango viele Länder in Europa erreicht.  Ausgehend von einer Tangoshow in  Paris über Venedig verbreitete sich der Tango seit 1980 -1990 in seiner Ursprungsform im Resteuropa. Es gibt ihn in Istanbul genau so wie in Finnland, wo er besonders stark verbreitet ist. Als Hochburg in Deutschland gilt Berlin. Tangoveranstaltungen gibt es inzwischen in fast jeder größeren Stadt.

In der nächsten größeren Stadt Hannover gibt es  hauptsächlich drei bedeutendere Tanzschulen für Tango. Tango Milieu, Tango Werkstatt und das argentinischen Tanzlehrerpaar Liliana Espinosa und Germán Cassano.

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