„Diese Vorwürfe sind nicht vergeben und vergessen“

Landesvorsitzender Paul Kröfges stellte klar, dass neben der Kassenprüfung noch die ganzen anderen Vorwürfe des Kreisgruppenvorstandes nicht ausgeräumt wären. Kröfges erklärte gestern in unserem Telefoninterview auf die Frage, ob der Kreisvorstand nun wieder normal weiter arbeiten kann: „die Suspendierung besteht weiterhin“. Der Konflikt zwischen Landesvorstand und Kreisgruppenvorstand schwelt somit weiter und eine Annäherung scheint nicht in Sicht. Dabei hatte es zum Ende der Mitgliederversammlung so ausgesehen, als ob eine Versöhnung angestrebt würde. Das Einlenken des Landesvorstandes bei der Erteilung der Ausnahmegenehmigung als offizielle Vertreter des BUND zur Preisannahme für das Projekt „Wilde Ferientage“ schien in eine solche Richtung zu zeigen. Auf die Frage: „gibt es mit dem jetzigen Kreisvorstand noch eine Zukunft?“ wollte sich Kröfgens nicht festlegen: „Hierzu möchte und kann ich jetzt noch nichts sagen. Der zur Prüfung vorgelegte Bericht ist 14 Seiten lang und den muss der Landesvorstand erst noch prüfen. Es stehen auch noch die ganzen anderen Vorwürfe im Raum. Über die muss der Vorstand auch noch beraten. Diese Vorwürfe sind nicht vergeben und vergessen.“

 

Weiterhin massive Vorwürfe gegen den BUND Landesvorstand

Dabei handelt es sich um nicht unerhebliche Vorwürfe, wie im angefügten Dokument nachzulesen ist. Dieses wurde als E-mail vom 29.08.2012 an diverse Mitglieder und letztendlich die Presse verschickt. Darin wird vom Kreisgruppenvorstand Minden dem Landesvorstand NRW vorgeworfen: „Er missbraucht seine Macht, missachtet Recht und Gesetz, um eine der aktivsten Kreisgruppen in NRW zu zerstören.“ Als Sachverhalt wird weiter ausgeführt: Nachdem

  • mehrere Mitglieder und der Vorstand der BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke gegen den geplanten Windkrafterlass des BUND Landesverbandes ein Veto eingelegt haben
  • der Vorstand der Kreisgruppe sich gegen ein Gehalt für den Landesvorstand (Ehrenamt) ausgesprochen hat.
  • die vertraglich vereinbarte jährliche Gehaltserhöhung der Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle in Höhe des 1,5fachen Satzes der Inflationsrate von der Kreisgruppe moniert wurde
  • die Delegierten der Kreisgruppe gegen die Anträge über die Zukunft der Biologischen Stationen abgestimmt hat
  • Transparenz in der Abrechnung der Beitragsanteile vom Vorstand und Mitgliedern der Kreisgruppe gefordert wurde
  • der Vorstand der Kreisgruppe auf die umgehende Weiterleitung von Spenden, die für die Kreisgruppe bestimmt waren, bestanden hat
  • Vorstand und Rechtsanwalt auf die Verstöße des Landesverbandes gegen die Satzung hingewiesen haben
  • und vieles mehr ,

begann ein Mobbing und die willkürliche, systematische Zerstörung der BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke durch den BUND Landesvorstand NRW in Person Klaus Brunsmeier. (Schatzmeister und 2. Bundesvorsitzender) Unterstützt wurde er u. a. von der Vertreterin des Kreisgruppenforums Claudia Baitinger.“

 

 

Kontroverse Positionen bleiben

Dass hier noch etwas zu erwarten ist und möglicher Weise nicht ohne erhebliche Verletzungen ausgeht zeigt die noch unversöhnliche Position des Kreisgruppenvorstand Minden/Lübbecke. In unserer Nachfrage am 26.09.12012 erklärte Elisabeth Schmelzer: „Die gemachten Vorwürfe an den Landesvorstand halten wir aufrecht.“ Bei der Prüfung der strittigen Kassenabrechnung und den Vorwürfen des Landesvorstandes hinsichtlich der Führung des Kreisgruppenverbandes kann man unter diesen Umständen wohl kaum von einer Annäherung oder Einigung ausgehen. Beide Seiten wollen scheinbar ihre Positionen durchziehen. So gab es am 23.09.2012 die nächste E-mail des 1. Vorsitzenden des Kreisgruppenvorstandes, Lothar Schmelzer mit der Erklärung, dass sie nun rehabilitiert seien.

 

 

Erklärung des 1. Vorsitzenden Lothar Schmelzer

Die Prüfung der Kasse der BUND KG Minden-Lübbecke erfolgte am 20.09.2012 in Anwesenheit des Schatzmeisters Klaus Brunsmeier und der Kassenprüferin des BUND LV NRW, des BUND KG Vorsitzenden der KG Minden-Lübbecke sowie der Pressesprecherin der Kreisgruppe, des BUND Bundeschatzmeisters, sowie zwei Mitarbeitern des LV NDS mit folgendem Ergebnis:

  • Alle Vorwürfe durch den Landesschatzmeister Klaus Brunsmeier und des Landeskassenprüfer Franz Josef Emunds gegen die Kassenführung 2010 der Kreisgruppe Minden-Lübbecke wurden widerlegt.
  • Die Vorwürfe während der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14.9.2012 im Büz von Ortwin Steinke gegen die Kassenprüfung 2009 und 2010 wurden ebenfalls widerlegt.
  • Es hat keine persönliche Vorteilsnahme in der Kreisgruppenarbeit der KG Minden-Lübbecke gegeben
  • Es wurden alle Ausgaben der Kreisgruppe Minden-Lübbecke satzungsgemäß für Umwelt-und Naturschutzaufgaben ausgegeben.
  • Die Vorwürfe gegen erhebliche Mängel in der Vereinsführung wurden ebenfalls widerlegt.

 

Andere Sicht des Landesvorstandsvorsitzenden Kröfgens

Hingegen erklärte der Landesvorstandsvorsitzende Kröfgens auf die Frage, was die Prüfung der Abrechnungsunterlagen ergeben hätte: „Ganz viel möchte er da jetzt noch nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist es aus unserer Sicht nicht so, wie die Betroffenen das in ihrer Veröffentlichung schildern.“ Er verweist auf seine Presseveröffentlichung von heute: „Die Darstellung von Frau Schmelzer wird als voreilig und teilweise unzutreffend zurückgewiesen. Der Landesvorstand wird auf der Basis des 14 seitigen Prüfberichtes über die außerordentliche Kassenprüfung vom 20.9. am 8.10. über die weiteren Schritte beraten und entscheiden. Gegenstand der Beratung werden auch die erheblichen Vorwürfe sein, die die Eheleute Schmelzer und andere mit Email vom 30. August gegen den Landesvorstand erhoben haben. Ich bitte um Verständnis, dass es bis dahin keiner weiteren Stellungnahmen von meiner Seite geben wird.“

 

 

Kassenprüfung nur Nebenschaukampf

Dabei wird klar, dass der materielle Schaden wohl kaum ins Gewicht fällt, denn Köfgens erläuterte auch: „der Schaden ließe sich heilen, weil er einen bestimmten Umfang nicht überschreitet.“ Weit größer wird wohl der Schaden durch den Vertrauens- und Ansehensverlust sein, denn die gemachten Vorwürfe wiegen weitaus mehr als die Kassenprüfung her gibt. Es liegen bisher auch noch keine Stellungnahmen zu den einzelnen Punkten vor, die der Kreisgruppenvorstand gegen den Landesvorstand erhebt. Hier wird es auch noch Aufklärung geben müssen, um das Vertrauen und den Vereinsfrieden wieder herstellen zu können. Ob es bei solchen konträren Positionen sehr schnell dazu kommt, darf bezweifelt werden. Am 08.Oktober 2012 berät der Landesvorstand, wie es weiter geht.

 

Anlagen:

 

1) Schreiben des Kreisgruppenvorstandes Lothar Schmelzer,Renate Kruse, Magdalene Borchers und Elisabeth Schmelzer vom 29.08.2012: Zerstörung der BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke durch den BUND Landesvorstand NRW

 

2) Schreiben des 1. Vorsitzender BUND Minden-Lübbecke Lothar Schmelzer vom 23.09.2012: Kassenprüfung

 

Siehe auch unseren Artikel vom 20.09.2012 „Versöhnung nicht ausgeschlossen“.

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