Spanien Erster, Deutschland Dritter, WM vorbei

Was mache ich jetzt nur nach der Weltmeisterschaft und was wird bleiben.

 

Die Spanier spielten so, wie wir das eigentlich von unserer Mannschaft gewünscht hätten. Die Holländer verloren verdient gegen eine zur Zeit spielerisch unerreichbar gute spanische Mannschaft, obwohl sie mit übertriebener Härte und nur mit haufenweise gelben Karten zu einer einigermaßen regelgerechten Spielweise gebracht werden konnten. Somit wurde Spanien verdient Weltmeister.

Die Begeisterung im Land war groß und hinterlässt nun weiße Flecken im Terminkalender, denn seit circa vier Wochen war es eine schöne Angewohnheit und angenehmer Anlass, sich mit Freunden und Bekannten zum öffentlichen Fußball schauen, dem Public Viewing, zu treffen oder die Spiele im Fernsehen oder auf dem PC zu verfolgen, um dann überall, auf dem Arbeitsplatz, in der Freizeit und überhaupt zu diskutieren, zu spekulieren und zu analysieren.

 

Was bleibt?

Es ist die Erinnerung an gute Spiele, die sich angenehm von denen der früheren Weltmeisterschaften abhoben, denn es wurde diesmal tatsächlich gespielt, kombiniert und technisch brillante Ballakrobatik vorgeführt. Es war nicht nur ein dumpfer Kampf um den Ball, den die Holländer teilweise bevorzugten, sondern das Schöne, das Künstlerische, wie es die Spanier zelebrierten, das dann auch tatsächlich den Sieg über das Harte und Brutale erzielte.

 

Selten hat man eine Mannschaft gesehen, die der Perfektion des modernen Fußballs so nahe war wie dieses Spanien. Eine Mannschaft, die vorn Dreiecke aus Kurzpässen errichtete, in der Andrés Iniesta mal rechts, mal links spielte und Xavi überall war. In der jeder ballführende Spieler drei Anspielstationen hatte. Zu sehen waren schnelle Kurzpässe und immer wieder Seitenwechsel. Das Mittelfeld – ein undurchdringliches Netz und dazu diese fast perfekte Raumdeckung!. Spanien ist in der fußballerischen Entwicklung Deutschland Jahre voraus. Das Team profitiert von dem eingespielten Barcelona-Block, es ist ein Konglomerat von seiner Erfahrung, Technik und der Selbstverständlichkeit, wie Fußball zu spielen ist. Spanien, so schreibt die SZ, ist Löws Ideal – er muss sich natürlicherweise noch gedulden, bis sein eigenes Team das Vorbild erreichen kann. „Sie sind über drei Jahre eingespielt“, sagt Löw selbst. Er glaube aber, „dass wir solche Spiele in Zukunft erfolgreich gestalten.“

 

Was wird?

Nun bleibt noch abzuwarten, wie es mit Löw und der Nationalmannschaft weitergeht. Der Alltag hat uns wieder und damit branden erneut die alten Rivalitäten, Aversionen im Fußballverband auf, die eine Vertragsverlängerung mit Löw noch völlig offen lassen. Denn nach dieser Weltmeisterschaft ist Löw nun nicht mehr Bundestrainer. Sein Vertrag endete mit dieser Veranstaltung.

 

Wenigstens bleibt uns dann eben die altbekannte Bundesliga, die bald wieder startet und wo es dann um die gewohnten Fragen geht, wer steigt ab, was macht Schalke und wird Bayern München wieder Deutscher Meister. Der Ball ist rund und neue alte Fragen gilt es zu klären. Es bleibt genug zu tun. 

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