Vandalismus: Bürger sollen sich selbst auf die Lauer legen

Zunehmend greift Zerstörung und Bedrohung in verschiedenen Wohnquartieren Mindens um sich. 
 
Müllbehälter werden angesteckt, Zäune nieder gerissen, Büsche nieder getrampelt, Lampen und andere Ausstattungsgegenstände abgerissen oder zerstört, Autos beschädigt, Müllbehälter umgekippt, Müll achtlos im Umfeld verteilt und Sperrmüll auf fremden Grundstücken abgestellt.
Die Polizei scheint da nichts machen zu können und verweist auf zu geringes Personal. Die Stadt reagiert nur, indem die Behälter nach Abbränden ausgetauscht werden oder das eigene Personal den Müll einsammelt, sofern es nicht auf Privatgrundstücken landet.

 

Es sind nicht nur die Randbezirke betroffen sondern auch Teile der Altstadt und Innenstadt. So verwahrlosen ganze Stadtviertel und wer kann, zieht weg.

 

Wie die Verwaltungsgesellschaft Konzept Immobilien GmbH berichtete, brennen die Container nicht nur in der Dombrede sondern in den letzten Wochen hatten sie auch in bisher unproblematischen Gegenden Containerabbrände, was nur ein Teil der zunehmenden Probleme ausmacht.

 

Nachdem in einer Wohnanlage des Wohnbezirks Dombrede in Minden bereits innerhalb von zwei Monaten der Papiercontainer zwei Mal abgefackelt und mehrfach umgestürzt wurde, wird seit Wochen ständig die Klingelanlage dieses 8-Familienhauses zerstört. Seit dem 05.11.07 mussten die Klingeln mehr als fünf Mal notdürftig repariert werden.

 

Der gesamte Knopf wurde mit Werkzeug heraus gebrochen und nach jeder Reparatur erneut absichtlich unter Einsatz von Werkzeug, wahrscheinlich einen Schraubendreher wieder heraus gesprengt.

 

Jede Reparatur kostete etwa 50,- €, so dass die jetzigen Reparaturkosten sich schon auf 250,- € belaufen.

 

Bei der Anzeige bei der Polizei ging der Beamte gleich davon aus, dass die Meldung letztlich aussichtslos sei, da man den Täter kaum finden würde. Aber durch die Anzeige würde der Vorfall immerhin an den dortigen Bezirksbeamten weitergeleitet.

 

Inzwischen hat der Täter sich eine neue Masche ausgedacht. Nach Herausbrechen der provisorischen Klingel verbindet er die Drähte und sorgt so für einen Dauerklingelton, wie ein Bewohner, Herr R., am 26.11.07 meldete.

 

Am selben Tag setzte sich die Verwaltung der Wohnanlage, die Fa. Konzept Immobilien GmbH, mit der Polizei in Verbindung, um zu erfahren was diese unternehmen würde.
Herr Hassenrück von der Polizei machte deutlich, dass bei einer solchen Sache die Polizei nichts machen könnte, da sie zu wenig Personal hätten und dafür keine Zeit hätten. Sie müssten sich auf die wesentlichen Vorkommnisse konzentrieren. „Da müssten sich die Bewohner selber helfen und auf die Lauer legen“.

 

Die Klingelanlage ist inzwischen wieder zerstört und nun wird in der Gemeinschaft über den Einbau einer Überwachungskamera nachgedacht. So hält der Überwachungsstaat auch hier bald Einzug, denn wie sollen die Bewohner sich sonst auf die Lauer legen?

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