Ich folgte den falschen Göttern

Salomea Genin erzählt aus ihrem Leben und liest aus ihren Büchern am Mittwoch, dem 15. Mai 2013, um 19.30 Uhr im Alten Amtsgericht in Petershagen, Mindener Straße 16.

1932 wurde sie als Kind armer polnisch-russischer Juden in Berlin geboren. Im Mai 1939 flüchtete sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien. In Melbourne wurde sie 1944 eine glühende Jungkommunistin und trat 1949 der Kommunistischen Partei bei, als diese gerade verboten werden sollte. 1951 war sie Mitglied der australischen Delegation zu den Weltjugendfestspielen in Ostberlin und von der DDR begeistert. 1954 kehrte sie nach Berlin zurück, um in der DDR ein besseres, antifaschistisches Deutschland mit aufzubauen, aber die DDR ließ sie nicht hinein.

 

Sie lebte zunächst in Westberlin und zeitweise in England, bevor sie 1963 endlich nach Ostberlin übersiedeln durfte, Mitglied der SED und IM wurde. 1982 kam die Erkenntnis, dass sie mitgeholfen hatte, einen Polizeistaat zu schaffen, und trug sich mit Suizidgedanken.

 

1985 fand sie Hilfe durch eine Psychotherapie und schrieb ein Buch über ihre Familie: „Scheindl und Salomea“ (Fischer-Taschenbuch). Seither liest sie daraus öffentlich. Erst im Mai 1989 fand sie den Mut, aus der SED auszutreten und wurde Mitglied des Neuen Forum. Im Programm „Zwischen allen Stühlen“, eine Art Fortsetzung des ersten Buches, erzählt sie ihre widersprüchliche Geschichte bis heute.

 

2009 erschien ihr zweites Buch „Ich folgte den falschen Göttern“, das 2012 eine Neuauflage beim Verlag Berlin-Brandenburg erfuhr. Salomea Genin arbeitet zur Zeit an der englischsprachigen Version dieses Buches und nimmt Einladungen wahr, um aus ihrem Leben zu erzählen und aus ihren Büchern zu lesen. Diese Veranstaltungen heißen nun: „Ich folgte den falschen Göttern“.

 

Eine Bearbeitung und eine zweite, auch ins Englische übersetzte Auflage von „Scheindl&Salomea“ ist ebenfalls in Arbeit.

 

Am Donnerstag, dem 16. Mai 2013, wird Salomea am Vormittag zwei Veranstaltungen mit Schulklassen und Kursen im Gymnasium Petershagen durchführen.

 

Veranstalter ist die Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen.

www.synagoge-petershagen.de


 

Eintritt frei.

 

Foto: pr

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