Tschüss – Stadtentwicklung Petershagen

Petershagen: Das Bekenntnis von Bürgermeisterkandidat Blume zum Gebäudeabriss zu Gunsten des Neubaus E – Neukauf löste Beifallklatschen bei seinen CDU – Anhängern aus.

 

Als Blume auf der Bürgermeisterbewerbungsveranstaltung am 26.08.09 konkret gefragt wurde, wie er zu dem Erhalt der Gebäude steht, war er klar für den Abriss. Die Antwort passte zu der verfehlten Stadtentwicklungspolitik der Mehrheitspartei CDU , die seit Jahrzehnten unter der Führung von Heinrich Schröder aus Wasserstraße die Politik in Petershagen bestimmt. Dabei wird das Sichtfeld von Schröder aus Wasserstraße scheinbar auf die Stadt Petershagen übertragen, damit bald alles wie in Wasserstraße aussieht. So kann sich Herr Schröder auch besser zurecht finden.

Vor der Wahl wird das Thema möglichst tot geschwiegen, um dann nach der Wahl ohne Rücksicht auf die Bewohner und Bürger die Pseudowirtschaftsentwicklungspolitik fort zu führen, die mit dem Kampfbegriff – Kaufkraftabfluss verhindern – versehen ist. Dass die ganze Stadt dabei geopfert wird, gegen Gestaltungssatzung und Einzelhandelserlass verstoßen wird, Gewerbesteuer fast nicht erzielt wird und andere Standorte gefährdet werden, spielt keine Rolle.
Der Lebensmittelmarktkuchen ist bereits seit Jahren verteilt. Vergrößerungen gehen immer zu Lasten anderer, denn wo sollen die Kunden sonst herkommen. Dazu reduziert sich die Bevölkerung zunehmend und durch die Überalterung gehen immer weniger Menschen selbst einkaufen. Die Kunden werden somit zunehmend weniger und es geht eigendlich nur noch um den Verteilungskampf der Marktbetreiber. Aber auf wessen Kosten?

Es wird von den Förderern dieser Politik, zuvorderst die CDU mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Schröder, vorgegaukelt, dass man von nichts wüsste und nur Vorplanungen laufen, doch real liegt eine Bauvoranfrage vor, deren Beantwortung Rechtswirkung hat. So hat das Bauamt Petershagen bereits signalisiert, dass die Bauvoranfrage positiv beschieden werden soll, was heißt, dass der Investor einen Rechtsanspruch hat, ansonsten Schadensersatz fällig wäre.

Dabei wäre ein Vorhaben von dieser Größe nach dem neuen Einzelhandelserlass nicht genehmigungsfähig, denn die negativen Eingriffe sind zu groß.

Was ist konkret geplant?

Geplant ist:

  • der Abriss der Gebäude Hauptstraße Nr. 38 (Neumann) bis Hauptstr. 40 (Ecke Sparkassenstraße)
  • Abriss des Gebäudes Sparkassenstr. 3 (Änderungsschneiderei)
  • Abriss des Gebäudes Dönerbude Sparkassenstraße
  • Neubau eines Einkaufsmarktes mit ca. 2000 m² Verkaufsfläche. Die Fassade wird dann zur Hauptstraße hin ähnlich aussehen wie beim jetzigen Markt.
  • Errichtung von ca. 180 Stellplätzen entlang des neuen Marktes bis zur Sparkasse, die rund herum von Stellplätzen umbaut wird,
  • Errichtung einer 5 Meter hohen Schallschutz- und Brandschutzmauer auf der Ostseite des Marktes zu den Grundstücken der Beuteleistraße hin, die dann keine Sonne mehr haben werden.
  • Verbreiterung der Sparkassenstraße, um den Verkehr aufzunehmen.
  • Veränderung der Verkehrsbreite der Hauptstraße
  • Der jetzige Markt soll bleiben, um Arztpraxis und evtl. Apotheke aufzunehmen, ebenso wie Physiotherapiepraxis, Kraftstudio und Kosmetik.
  • die Poststelle soll in den neuen Markt.

Was dagegen spricht:

  • Begründet wird der Bau mit der Sicherung der Nahversorgung: Die Nahversorgung ist bereits vorhanden. Lebensmittelverkauf von ca. 600 m², Getränkemarkt von ca. 500 m², was für eine Stadtgröße von ca. 4000 Einwohnern vollständig ausreicht.
  • Es gibt keine neuen Kunden für einen solchen Markt. Der Kuchen ist verteilt. Das Kundenaufkommen würde nur zu Lasten anderer Betreiber gehen.
  • Wenn der vergrößerte Markt laufen würde, zöge das erheblichen Verkehr an und würde insbesondere eine sehr starke Belastung für die Bewohner der Kreuzstraße, Sparkassenstraße, Hauptstraße, Meßlinger Straße und Bremer Straße darstellen. Die vorhandenen Gemeindestraßen sind für solch eine Verkehrsbelastung nicht ausgelegt.
  • Der jetzt noch vorhandene Einzelhandel hätte keine Chance mehr wegen des Staubsaugereffektes des großflächigen Einzelhandels.
  • Positive Effekte auf die Stadt und den restlichen Handel in der Stadt sind nicht zu erwarten. Lt. Artikel MT vom 25.08.09 über den Bau des WEZ in Porta wird berichtet: „Eines hat der neue Markt allerdings nicht geschafft: die Innenstadt nachhaltig zu beleben. Von dem Großprojekt erhofften sich weite Teile der Politik gleichsam einen „Frequenzbringer“, der die Kunden auch in umliegende Geschäfte lockt. Diese Hoffnung ist enttäuscht worden.“
  • Der geplante Abriss verstößt gegen die Gestaltungssatzung der Stadt Petershagen.
    Es werden historisch wertvolle Gebäude zerstört, die über 300 Jahre alt sind, ortsbildprägend und keineswegs baufällig.
  • Die Stadtansicht und Altstadt wird zerstört.
  • Die gesamte Hauptstraße würde in ihrer Erscheinung verändert zugunsten eines Gewerbegebietes.
  • Negative Auswirkungen durch Lärm und Verkehrsgefahren
  • Öffnungszeiten Montag bis Samstag von 9:00 Uhr bis 22:00 Uhr und nachts tägliche Warenanlieferung durch viele LKW mit entsprechendem Lärm

Da bleibt die Frage, für wen die Stadt gedacht ist. Für die Bürger oder für die Interessen der Investoren. Es sollte doch so sein, dass das Allgemeinwohl vor dem Einzelinteresse stehen muss.
Dazu gehört auch die Wohnqualität, die sich nicht hinter das Marktbetreiberinteresse stellen darf. Auch kann es nicht sein, dass ein Stausauger E-Neukauf das restliche Gewerbe zum Erliegen bringt.
Darüber hinaus stehen hier Gebäude zu Disposition, die bereits von der Ortsheimatpflege als wertvoll für die Stadt eingeordnet sind. Für den Tourismus ist der Neubau als Ersatz für den Abriss der alten Gebäudesubstanz keine Alternative. 

 

» Bildergalerie zum Außmas des Abrisses  

 

» Auszug aus dem Einzelhandelserlass

 

» Kaufmannshaus Gottlieb Holthöfer Petershaben Nr. 254, heute Hauptstraße 40

 

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