Positive Stimmung bei Mindener Unternehmen

Minden. Eine generell positive Stimmung herrschte bei den Mindener Unternehmen, die mit einem Stand auf der am vergangenen Freitag beendenden Hannover Messe vertreten waren. Die Besucherzahlen – vor allem bei internationalem Publikum – haben sich gut entwickelt und zahlreiche Kontakte konnten auf der weltweit größten Industrie Messe gefestigt beziehungsweise neu geknüpft werden. Eine Delegation mit Bürgermeister Michael Buhre und dem Geschäftsführer der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW), Joachim Schmidt, an der Spitze besuchte die Unternehmen der Weserstadt am 10. April auf ihren Ständen. In Hannover vertreten waren Wago, Harting, ABB, Rose + Krieger, sowie Paletti.

 

Die Schwerpunkte der diesjährigen Messe hießen „Industrie 4.0“ und „Integrated Industry“. Gemeint ist damit eine intelligente Vernetzung von einer sich weitgehend selbst organisierenden Produktion, die sich auch selbst steuert und ihre Prozesse dabei noch optimiert. Ein großes Thema für alle Unternehmen ist nach wie vor die Fachkräfte-Akquise und die Ausbildung von mehr Ingenieuren in Deutschland.

 

Wago-Geschäftsführer Sven Hohorst berichtete, dass das seit 1951 auf der Hannover Messe präsente Unternehmen zu den Top-Arbeitgebern im Bereich Elektrotechnik gehört. Auch konnte er vermelden, dass Wago nun zu 100 Prozent in Familienbesitz ist. Wago beschäftigt mittlerweile knapp 6000 Mitarbeiter an seinen Standorten in 70 Ländern Auch in diesem Jahr hatte der Kontakttechnik-Hersteller aus Minden wieder einige Neuheiten im Programm, die von internationalem Fachpublikum umringt wurden. Delegationen unter anderem aus Brasilien, Polen, China, Finnland, der Ukraine und aus Polen, konnte Sven Hohorst während der fünf Messe-Tage am 900 Quadratmeter großen Wago-Stand begrüßen.

 

Zweite Station war der Stand des Espelkamper Unternehmens Harting, das in Minden seinen Vertriebssitz hat. Margrit und Philip Harting sowie Maresa Harting-Hertz stellten der Mindener Delegation die neuen Entwicklungen und Produkte vor. Dazu gehörte die Kommunikations-Schlüsseltechnologie „Radio-frequency Identification“. RFID ermöglicht die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Gegenständen / Produkten und erleichtert damit erheblich die Erfassung von Daten. Mit dem RFID lassen sich zum Beispiel gesteuert und individuell Einzelteile zusammenstellen, die für die Produktion benötigt werden.

 

Rund 750 Kunden-Kontakte hatte Harting bereits am dritten Messetag. Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Standbesucher habe sich zum Positiven verändert, berichtete Maresa Harting-Hertz. Positive Signale gebe es vor allem aus Asien. Die Auftragsstimmung sei gut. Im Schwerpunkt gehe es bei Messen nicht mehr darum, neue Produkte vorzustellen, sondern Lösungen zu präsentieren, stellte Phillip Harting im Gespräch mit der Mindener Delegation heraus.

 

Die in Minden vom weltweit tätigen Unternehmen ABB hergestellten Produkte, darunter Druck- und Messtechnikregler, sind nach wie vor gefragt und werden weiterentwickelt. Großes Thema für ABB sind die dezentrale Stromerzeugung in Windparks und die damit zusammenhängenden Anforderungen an die Stromnetze. Auch gelte es „intelligente Verteilstationen“ auf den Markt zu bringen. Als Neuheit stellte ABB einen „Collaboration Desk“ vor. Damit lassen sich Prozesse und Arbeitsabläufe anschaulich nachvollziehen.

 

In Minden sind bei ABB rund 650 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Vor allem Fachkräfte (Ingenieure) werden händeringend gesucht. Nachwuchssuche und Ausbildung war auch bei allen anderen Mindener Unternehmen auf der Messe ein wichtiges Thema. Es müsse vor allem in der Region mehr ausgebildet werden, waren sich die Unternehmer einig. Einen guten Ansatz bilde hier der Campus Minden mit den vier Studiengängen, in denen angehende Ingenieure und Informatiker ausgebildet werden – größtenteils auch praxisorientiert in Zusammenarbeit mit Unternehmen.

 

Weiter besuchte die Mindener Delegation das Unternehmen Rose + Krieger. Hier stellte  Hartmut Jänisch, Vertriebsleitung Export, neue Führungs- und Antriebssysteme sowie Lineartechnologie und höhenverstellbare Tische – einsetzbar in der Medizin, in der Industrie, aber auch in Haushalten – vor. Auch R + K war zufrieden mit den Kundenkontakten auf der Messe, die zu 50 Prozent international waren. Exportsteigerungen für sein Unternehmen sieht Jänisch vor allem auf dem osteuropäischen Markt und in Russland.

 

Letzte Station des Messe-Rundganges war der Stand des Unternehmens Paletti, das Alu-Profilsysteme, aber auch ganze Laser-Kabinen aus Aluminium für die Automobil-Industrie herstellt. Paletti hat weltweit Kunden, im Schwerpunkt in der Auto-Industrie, wie Geschäftsführer Helmuth Kahl berichtete. Auch hier herrschte gute Stimmung.

 

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