LWL-Kulturstiftung fördert zwei Projekte im Kreis Minden-Lübbecke

Bildquelle: Gunda Schünemann / pixelio.de

Münster (lwl). 270.300 Euro für Ausstellung in Minden und Literaturprojekt in Bad Oeynhausen.
Auffordernd fragt die im Rahmen des kommenden Deutsch-Jüdischen Jahres „2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“ realisierte und von der LWL-Kulturstiftung mit 250.000 Euro geförderte Ausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was?“ im LWL-Preußenmuseum Minden nach der Beziehungsgeschichte von „jüdisch“ und „preußisch“ im 18. und 19. Jahrhundert. Über 20.300 Euro kann sich die AGORA – Gesellschaft für Literatur, Kunst und Kultur in Bad Oeynhausen für das Programm zum Europa-Tag der Übersetzerinnen und Übersetzer 2021 freuen, das im Rahmen des westfalenweiten Literaturfestivals „europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021“ stattfinden wird. Insgesamt entschied das Kuratorium der Stiftung über 34 Anträge aus der Region Westfalen-Lippe, von denen 22 Projekte mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert werden.

Kurz nach der Neueröffnung des LWL-Preußenmuseums in Minden 2021 startet das Haus mit der Ausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was?“ auch sein thematisch wechselndes Ausstellungsprogramm. Multimedial und interaktiv werden Fragen aufgearbeitet, die Verflechtungen vom jüdischen und preußischen Leben im 18. und 19. Jahrhundert auf den Grund gehen. „Der erste Aufschlag auf der Bühne der Sonderausstellungen zeigt mit Nachdruck, dass in Minden ein Forum für kulturellen Austausch und gesellschaftlichen Diskurs entsteht“, so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturdezernentin. Jüdisch als Religionszugehörigkeit, als soziale Herkunft oder als kulturelle Zugehörigkeit im preußischen Reich – diese Aspekte werden in der Ausstellung mit Hilfe von Objekten, die von den Kontexten der Verflechtungen erzählen, sowie Positionen und Debatten preußischer Administration und jüdischer Philosophen, Aufklärern und Gelehrten präsentiert. „Schon im Titel klingt an, dass diese Ausstellung alle Interessierten einbezieht in Debatten, die unsere Gesellschaft gerade heute führen muss“, betont Rüschoff-Parzinger. Die LWL-Kulturstiftung unterstützt dieses Projekt im Rahmen des Förderschwerpunktes „2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“.

Bundesweit wird das kommende Jahr zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und zum heutigem Leben von Jüdinnen und Juden in der Republik präsentiert. Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein „321 – 2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Als dessen Partner tragen die LWL-Kulturstiftung und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themenjahr gemeinsam in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland.

AGORA – Gesellschaft für Literatur, Kunst und Kultur rückt in Bad Oeynhausen die Kunst des Übersetzens ins Rampenlicht. Der Europa-Tag der Übersetzerinnen und Übersetzer (09.05.2021) zeigt unter dem Titel „Die Sprache Europas ist die Übersetzung“ Vorträge, Lesungen, Gespräche und bietet Diskussionsforen sowie Workshops. „Ohne Menschen, die in mehreren Sprachen kreativ arbeiten und denken, wäre uns manch packendes Buch aus dem europäischen Ausland schlicht verwehrt geblieben“, so Dieter Gebhard, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der LWL-Kulturstiftung. Als Teil des westfalenweiten Literaturfestivals, das vom Netzwerk literaturland westfalen (lila we) initiiert wird, betont der Verein die vielschichtige Arbeit zwischen Sprachen und Kulturen, die Europa verbinden. Das Netzwerkprojekt literaturland westfalen wurde 2011 mit der Idee gegründet, die für Literatur stehenden Einrichtungen der Region zu bündeln und als Netzwerk stärker in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dies wurde von der LWL-Kulturstiftung von Beginn an beratend und fördernd begleitet.

Informationen zur LWL-Kulturstiftung sind im Internet unter http://www.lwl-kulturstiftung.de abrufbar.
Die nächste Antragsfrist ist der 31. August 2020.

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