Erstes energetisches Quartierskonzept in Minden mit digitaler Bürgerbeteiligung

Energiewende Rechtes Weserufer
Bild von Klaus-Uwe Gerhardt auf Pixabay

Minden. Die Stadt Minden erstellt zum ersten Mal für ein Wohnquartier im Stadtbezirk Rechtes Weserufer ein integriertes energetisches Quartierskonzept. Das Konzept beschäftigt sich mit den Fragen, wie Energie gespart werden kann und welche langfristigen Lösungen es für die Energieversorgung gibt. Mitgedacht werden auch energetische Gebäudesanierungen, das grüne Wohnumfeld und die Frage, wie wir mobil unterwegs sein wollen, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

Zielsetzungen für das Quartier sind neben Energie- und CO2-Einsparungen also auch der Umstieg auf eine langfristig kostengünstigere und klimaschonendere Energieversorgung der Haushalte, die Verbesserung der städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Situation sowie die Aufwertung des gesamten Quartiers.

Das Quartier befindet sich in östlicher Stadtlage im Stadtbezirk Rechtes Weserufer. Es liegt innerhalb der Bahnstraße (nördlich), Emmeliusstraße (östlich), Bachstraße (südlich) und der Kleinen Dombrede (westlich). Ausgewählt wurde genau dieser Bereich aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist der Gebäudebestand größtenteils aus den 50er und 60er Jahren und weist damit ein hohes Energie- und CO2-Einsparpotenzial auf. Zum anderen gibt es dort fast ausschließlich reine Wohnbebauung mit Gebäuden in unterschiedlichsten Zuständen. Das Gebiet ist sehr vielseitig und spiegelt verschiedene Lebenssituationen in der Stadtgesellschaft wieder. Es repräsentiert damit viele ähnliche Bereiche in Minden und die Ergebnisse können daher als Blaupause für weitere Quartiere dienen.

„Das Projekt ermöglicht uns, neben dem Klimaschutz auch andere relevante Themen mitzudenken“, erläutert Klimaschutzmanagerin Inna Sawazki. „Das Ergebnis ist dann eine Win-Win-Situation – für das Klima, aber auch für das Quartier“.

Die Maßnahmen selbst sollen gemeinsam mit den Mindener*innen im Quartier erarbeitet werden. Eine digitale Beteiligung soll in Corona-Zeiten dafür sorgen, dass die Menschen im Quartier selbst mitbestimmen dürfen, wie es zukünftig sein soll. „Die Einbeziehung und Aktivierung der Menschen vor Ort und ihr Wissen spielen für die Konzepterstellung eine besondere Rolle, denn sie kennen ihre Umgebung am besten. Für ein lebendiges und lebenswertes Quartier braucht es Bewohnerinnen und Bewohner, die es selbst mitgestalten wollen“ so Erik Hasse, Quartiersmanager für die Rechte Weserseite.

Ob Beratungsangebote oder Straßenbeleuchtung, ob Hausmodernisierungen oder Begrünung – jede Idee hat Platz im Quartierskonzept und kann vom 15. Februar bis zum 14. März online eingereicht werden. Alle Informationen zum Projekt und zur Beteiligung sind online unter www.minden.de/klimaschutz und dem Reiter „Energetisches Quartierskonzept Rechtes Weserufer“ zu finden. Die Ergebnisse der Online-Befragung werden anschließend auf der Internetseite veröffentlicht.

Hervorgegangen ist das Projekt aus der Teilnahme am European Energy Awards-Prozess, im Rahmen dessen die Stadt im Jahr 2019 für ihr überdurchschnittliches Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet wurde.

Die Erstellung des integrierten energetischen Quartierskonzeptes wird im Rahmen des vom Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung über die KfW-Bankengruppe ausgeschriebene Förderprogramm 432 „Energetische Stadtsanierung“ zu 65 Prozent gefördert. Das Konzept erstellt die Stadt Minden gemeinsam mit einem externen Büro, die Energielenker Projects GmbH.

Anlage:

» Eine Karte vom Gebiet, für das das energetische Konzept erstellt wird (Bildnachweis: Energielenker Projects GmbH).

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