Amazonas: Mercosur-Abkommen legt neue Brände und muss gestoppt werden

Bild von Ria Sopala auf Pixabay

Frankfurt/Main (ots). Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international sammelt ab sofort Spenden für die Waldschützer eines indigenen Territoriums im Amazonas. Lateinamerika-Referent Moritz Krawinkel kritisiert außerdem die EU-Handelspolitik als eine zentrale Brandursache und fordert einen Stopp des Mercosur-Abkommens.

„Die europäische Handelspolitik ist eine zentrale Brandursache im Amazonas. Der Amazonas brennt, weil Brasilien und weite Teile Lateinamerikas auf den Export von Primärgütern – unter anderem Erz, Fleisch, Soja – festgelegt sind“, so Krawinkel. Allein im Jahr 2018 ist der Sojaexport aus Brasilien um über 20% gestiegen. Ein Großteil der Brände im Amazonas-Regenwald wird gelegt, um neue Anbauflächen zu erschließen. Brasilien ist weltweit der größte Exporteur für landwirtschaftliche Produkte in die EU.

Die Rolle Lateinamerikas als Primärgüter-Lieferant für Europa werde im Mercosur-Abkommen zementiert und durch zusätzliche Anreize ausgebaut. „Die Konsequenz, die Europa aus den Bränden ziehen muss, ist der sofortige Stopp des Abkommens. Ansonsten gießt die EU weiter Öl in ein Feuer, das sie selbst mit entzündet hat. Bolsonaro hat beim Löschen versagt, aber den Brand hat die EU mit ihm gemeinsam gelegt“, so Krawinkel weiter.

Mit einer Spendensammlung unterstützen medico international und Poema e.V. die indigene Gruppe der Ka’apor im Amazonas beim Schutz ihres Territoriums. Das Gebiet der Ka’apor an der Grenze der brasilianischen Bundestaaten Pará und Maranhão ist umzingelt von Rinderweiden. Immer wieder dringen Holzfäller in das indigene Territorium ein und roden den geschützten Wald.

Spendeninformation:

www.medico.de/amazonas-nothilfe

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