Erneut Hospitanten aus China in Minden

Erneut Hospitanten aus China in Minden
Die Hospitantin Yan Lu (zweite von links) konnte viele Eindrücke aus Minden mitnehmen. Sie wurde von Dr. Ewald Schlüter (AGW) und Olrik Laufer (Vorsitzender des Trägervereins Partnerschaft Minden-Changzhou) verabschiedet. Gleichzeitig konnten sie vergangene Woche den neuen Hospitanten Theo Tong begrüßen.

Chinesische Fachleute aus dem Bereich Wirtschaftsförderung nehmen an Stipendiatenprogramm teil – Trägerverein Partnerschaft Minden-Changzhou realisiert Hospitationen.

Minden. Erneut haben zwei chinesische Fachleute aus der Privinz Jiangsu am Stipendiatenprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Beiden waren auch in Minden tätig. Nach 2017 hat der Trägerverein Minden – Changzhou erneut die Hospitationen realisiert. Minden hat seit 2015 eine offizielle Partnerschaft zur Stadt Changzhou in der Provinz Jiangsu.

Die 35-jährige LU, Yan arbeitet in ihrer Heimat Taicang (Provinz Jiangsu) in der Taicang Port Economic and Technological Development Zone (Zentrum für Industrie- und Technologieentwicklung) im Bereich Wirtschaftsförderung. Ihr Schwerpunkt ist die Investitionsförderung und das Standortmarketing. Als Stipendiatin ist sie über die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, Düsseldorf) nach Minden vermittelt worden. Hier hat sie von Februar bis Anfang Mai bei der AGW (Weiterbildung für Unternehmen, Umschulungen, berufliche Rehabilitation) an verschiedenen Projekten mitgearbeitet und das breite Spektrum dieser Organisation kennen gelernt. Danach war sie bei der Firma Weidmüller in Detmold eingesetzt. Nach dieser Station steht die Rückkehr in die Heimat zu ihrer Familie, Ehemann und vierjähriger Tochter, bevor. Doch zunächst muss sie noch eine Abschlussarbeit abliefern.

In Minden hat Frau Lu nicht nur das berufliche Umfeld kennen gelernt, sondern auch Kontakte zu einigen Mitgliedern des Trägervereins, der sie die gesamte Zeit über begleitet hat, geknüpft. So hat sie deutsches Essen in den Familien kennen gelernt – die traditionellen Soleier beim Osterfrühstück waren ihr dann doch ein bisschen sehr fremd. Das Osterfeuer allerdings mit Marshmellow-Rösten fand bei ihrer kleinen Tochter, die mit Vater, Onkel und Tante einen Kurzbesuch in Deutschland machten, großen Anklang. Lu hat ein Klassikkonzert und ein Rapkonzert besucht, war mit ihrer Gastfamilie Spargelessen und Grillen, hat an einem Kegelabend teilgenommen und für das chinesische Neujahrsfest ein sehr interessantes Quiz zu China erstellt, berichtet der Trägerverein. An den Wochenenden hat sie bundesweit Städtetrips unternommen und so Deutschland in vielen Facetten kennen gelernt. „Sie hat sich aktiv und aufgeschlossen am Familien- und Vereinsleben beteiligt und uns viele interessante Aspekte des chinesischen Lebens aufgezeigt. Das war gelebte Völkerverständigung,“ fast Maja Kurth, Mitglied des Trägervereins, zusammen.

Der 30-jährige TONG, Theo arbeitet in seiner Heimat bei dem Foreign Investment Promotion Bureau of Changzhou National Hi-tech Distrikt – ebenfalls mit Schwerpunkt Investitionsförderung und Investitionsberatung. Er war zunächst einige Wochen in Essen und in Herford, bevor er seine Hospitantenzeit in Minden mit knapp zwei Wochen Tätigkeit bei der AGW abschloss. Er nahm gleich am ersten Tag nach seiner Ankunft in Minden an einem Vortrag über interkulturelle Kommunikation teil, den Maja Kurth vom Trägerverein auf Einladung des Autohauses Kleinemeier hielt. Kurth sagt: „Es war eine Bereicherung, Herrn Tong dabei zu haben. Vieles, was ich nur aus Büchern oder wenigen eigenen Erfahrungen in China weiß, konnte er bestätigen, relativieren und ergänzend für die Zuhörer erläutern.“

Die Stadt Minden unterhält seit Ende Juni 2015 eine offizielle Partnerschaft mit der Millionenstadt Changzhou in der Provinz Jiangsu. Beide Hospitanten kommen aus der Provinz Jiangsu, Herr Tong sogar direkt aus der Partnerstadt. Jiangsu hat eine Landespartnerschaft mit NRW.

Beide Hospitanten haben an dem praxis- und vernetzungsorientierten Stipendiatenprogramm der GIZ teilgenommen. Bei dem Programm handelt es sich um eine partnerschaftlich finanzierte Initiative der Landesregierung NRW und der Provinzregierung Jiangsu, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt wird. Im Anschluss an ihren Praxisaufenthalt in NRW bringen sich die chinesischen Teilnehmer/-innen aktiv in Alumni-Maßnahmen ein – mit dem Ziel, aufgebaute Kontakte, Netzwerke und Kooperationsperspektiven nachzuhalten.

Als erste Stadt in Ostwestfalen hat Minden am 29. Juni 2015 eine offizielle Partnerschaft mit einer Stadt in China geschlossen. Changzhou hat rund 3,5 Millionen Einwohner*innen und ist eine bezirksfreie Stadt in der Provinz Jiangsu. Ihre Geschichte reicht mehr als 2.500 Jahre zurück. Heute ist Changzhou eine stark wachsende Industriestadt mit dem „China Dinosaur Park“ als eine der touristischen Attraktionen. Changzhou liegt südlich des Jangtse an den Eisenbahn- und Autobahnverbindungen von Shanghai nach Nanjing. Der Flughafen befindet sich etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Stadt wird vom stark befahrenen Kaiserkanal durchschnitten, der der älteste der Welt ist.

Bildquelle: © AGW, Andreas Böttcher

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