„Kunst umgehen“-Termine im Juli 2018

Nanas am Leineufer
Die drei bunten, voluminösen Nanas aus Polyester am hannoverschen Leineufer, ein Geschenk der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. © HMTG

Hannover. Kunst im öffentlichen Raum hat in Hannover eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert: Im Lauf der Jahrzehnte wurden mehr als 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen im Stadtraum platziert. Kaum eine andere deutsche Stadt weist eine so hohe Dichte an künstlerischen Objekten auf. Als eine der ersten deutschen Kommunen holte sich die niedersächsische Landeshauptstadt in den Jahren 1969 bis 1974 mit dem Straßenkunstprogramm zeitgenössische Kunst gezielt in öffentliche Räume.

Mit unterschiedlichsten Blickwinkeln aus Kunst und Wissenschaft wird beim Kunstvermittlungsprogramm „Kunst umgehen“ „um die Kunst gegangen“ mit dem Ziel: neugierig werden, einen Überblick gewinnen, bestimmte Aspekte in den Fokus rücken und schließlich aktiv die Perspektiven wechseln. Eine gezielte Wahrnehmung der Kunst im öffentlichen Raum schließt auch deren Orte mit ein – und lässt im Idealfall auch anders mit der Stadt umgehen.

Sa. 14.07. | 17.00–18.30

Kunst umgehen: Sculpture Transfer, Performative Eingriffe für Entdecker. Nanas von Niki de Saint Phalle,
Treffpunkt: Nanas, Leibnizufer, kostenfrei

Anna Grunemann und Christiane Oppermann agieren in diesem Jahr bei Kunst umgehen nicht nur als Vermittlerinnen, sondern im Rahmen von Sculpture Transfer auch als Performerinnen. Aktiv verschieben sie Perspektiven und Herangehensweisen und stellen diese anschließend zur Diskussion. Die Nanas haben ihre Zeit in Hannover im Jahr 1974 bereits im Zentrum eines leidenschaftlichen Diskurses begonnen. Erst im Laufe der Jahrzehnte wandelten sie sich von Aufregerinnen zu Maskottchen.

So. 15.07. | 14.00–15.30 GPS (52°22‘35,1‘‘N / 9°44‘27,0‘‘O)

Vor Ort mit einem Gast. Dem Landesvater seine Göttinger Sieben von Christiane Möbus mit Christiane Möbus (Künstlerin, Hannover)
Treffpunkt: Ernst-August-Platz, unter’m Schwanz, kostenfrei

Christiane Möbus lebt und arbeitet in Hannover und lehrte an den Kunsthochschulen in Braunschweig, Berlin und Göteborg. Wir unterhalten uns mit ihr über ein Objekt, das seit 2015 vor dem Göttinger Bahnhof für Diskussionen sorgt: Dem Landesvater seine Göttinger Sieben ist eine Kopie des Sockels, auf dem das Reiterdenkmal des Königs Ernst August vor dem Hauptbahnhof Hannover steht. Er war es, der die Göttinger Sieben ihrer Ämter enthob, nachdem sie seine Politik öffentlich kritisiert hatten. (Bitte beachten Sie die frühere Anfangszeit.)

Sa. 28.07. | 17.00–18.30

Kunst umgehen: Überblick, Überblicksführung. Park und Platz: Rund um das Neue Rathaus
Treffpunkt: Trammplatz, vor dem Museum August Kestner
Teilnahme kostet fünf, ermäßigt drei Euro, mit HannoverAktivPass frei

Rathäuser sind Orte der Repräsentation – auch Hannovers Neues Rathaus ist eine beeindruckende Setzung im Stadtbild. Dessen Umgebung bietet viel Raum für Kunst: vor dem Rathaus auf und neben dem Trammplatz, hinter dem Rathaus in der angelegten Natur des Maschparks. Die Überblicksführung ist eine gemeinsame Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Ansprüchen an Kunst auf engem Raum, von Repräsentation und Gedenken bis hin zu Kontemplation und Gestaltung.

Erläuterungen zu den vier „Kunst umgehen“-Formaten:

Auch in diesem Jahr gliedern sich die regelmäßig angebotenen Führungs- und Veranstaltungstermine des Programms „Kunst umgehen in vier Formate, die sich jeweils monatlich wiederholen.

Kunst umgehen: Überblick

bietet Ihnen einmal im Monat samstags Überblicksführungen zur Kunst im öffentlichen Raum in Hannover. Es geht um deren historische Entwicklung und Status Quo, um Fragen nach Zusammenhängen, Räumen, Zwecken, Bedeutungen, Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten. Kompakte, themengebundene Spaziergänge rund um jeweils andere Aspekte und Zusammenhänge der Kunst im öffentlichen Raum.

5 Euro, ermäßigt 3 Euro, mit HannoverAktivPass frei

Kunst umgehen: Sprechstunde und Kunst umgehen:

Sculpture Transfer wechseln sich ab – in jedem Monat wird an einem Samstag eines der beiden Formate angeboten. Bei der Sprechstunde bewegt sich die Gruppe gemeinsam mit einem besonderen Gast durch den öffentlichen Raum Hannovers, der bestimmte Aspekte der Kunst und der Stadt aus seiner/ihrer individuellen ExpertInnenperspektive zeigt und erläutert. Sculpture Transfer beleuchtet Kunst mit performativen Mitteln. Den künstlerischen Übertragungsprozess leisten in diesem Jahr die Vermittlerinnen selbst. Als Performerinnen nehmen sie jeweils ein Objekt zum Anlass für Interventionen. Die BesucherInnen sind eingeladen, neue Perspektiven und Bezüge zu entdecken und sich im Anschluss darüber auszutauschen.

Sprechstunde: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, mit HannoverAktivPass frei. Sculpture Transfer: kostenfrei

Sonntags: Ausflug

findet einmal im Monat sonntags zwischen Mittagessen, Spaziergang und Kaffeetrinken statt. Eine halbe Stunde lang wird jeweils ein anderes Objekt zum Ausflugsziel. In verdichteter Form lernen die AusflüglerInnen Neues kennen – oder erfahren Vertrautes aus neuen Perspektiven. Da jedes Mal ein anderes Objekt im Mittelpunkt ästhetischer Erfahrungen steht, bewegen sich Fans des Formats – quasi in Zeitlupe – mit der Kunstvermittlung durch das Jahr, die Stadt und die Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum.

GPS – das beliebtes Guerilla-Picknick heißt jetzt GPS.

Aus diesem Grund gibt es in der folgenden Terminübersicht auch die genauen GPS-Daten der ausgewählten Picknickorte. GPS sind Veranstaltungen vor Ort an einem Objekt oder Ensemble im öffentlichen Raum Hannovers – intensive Auseinandersetzungen mit der jeweiligen Kunst, ihrer Geschichte, ihrer Wirkung vor Ort und ihren Kontexten. Im Zentrum stehen moderierte Gespräche mit ExpertInnen wie zum Beispiel KünstlerInnen, StadtplanerInnen oder HistorikerInnen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Alle vier Formate finden im Jahr 2018 monatlich zwischen Mai und Oktober statt. Aktuelle Informationen gibt es unter www.kunst-umgehen.de und „Kunst umgehen“ auf facebook.

Bildnachweis: pixabay.de

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