Ganztagshauptschule Todtenhausen

Minden. Bei der Stadtverwaltung Minden sind jetzt zwei Schreiben der Bezirksregierung Detmold eingegangen, die die am 12. Mai 2016 vom Rat beschlossene Auflösung der Ganztagshauptschule Todtenhausen besiegeln. Die Auflösung konnte erst genehmigt werden, nachdem der Rat am 24. November 2017 in einem „Minimalkonsens“ mehrheitlich der Erweiterung der beiden Realschulen zugestimmt hatte. Danach wird die Freiherr-von-Vincke-Realschule ab dem Schuljahr 2017/2018 vierzügig und die Käthe-Kollwitz-Realschule dreizügig geführt. Auch dafür kam jetzt die Genehmigung aus Detmold. „Die Schreiben sind zur rechten Zeit eingetroffen, denn in Kürze beginnt das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen. Nun haben wir nicht nur hier Planungssicherheit, sondern auch in dem weiteren Prozess zur Entwicklung der Mindener Schullandschaft. Gemeinsam mit den Akteuren in der Bildung und der Politik müssen wir nun schnellstmöglich zukunftweisende Entscheidungen treffen, damit alle Schülerinnen und Schüler in Minden bestmöglich versorgt werden können“, so die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, Regina-Dolores Stieler-Hinz.

 

Bereits im Sommer 2016 wurde aufgrund geringer Anmeldezahlen schon keine neue fünfte Klasse an der Ganztagshauptschule gebildet. Die seinerzeit dort angemeldeten fünf Schülerinnen und Schüler wurden in der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule beziehungsweise in der PRIMUS-Schule aufgenommen. „Die Schülerinnen und Schüler, die in Todtenhausen jetzt noch unterrichtet werden, sollen hier auch ihren Abschluss machen“, so der Leiter des Bereiches Bildung, Horst Grüner. Die Schule werde auslaufend aufgelöst und beendet den Schulbetrieb spätestens am 31. Juli 2021. Das teilte die Bezirksregierung jetzt ebenfalls mit. Die Stadt Minden hatte am 20. Juni 2016 die Auflösung der letzten Hauptschule im Stadtgebiet beantragt. Ohne Ersatzlösung aber konnte die Bezirksregierung dem nicht zustimmen. Der Standort bleibt auch als mögliche Schulreserve mittelfristig weiter am Netz, so die Stadt Minden.

 

Als Begründung für die nun genehmigte Auflösung führt die Behörde in Detmold an, dass in den vergangenen Jahren die für die Bildung einer Eingangsklasse erforderliche Mindestzahl von 18 Schülerinnen und Schülern nicht mehr erreicht wurde. Nur durch die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern, die von anderen Schulen auf Grund mangelnder Kapazitäten abgewiesen wurden, konnten im Schuljahr 2015/2016 noch Eingangsklassen gebildet werden. Das entfällt nun mit der Bildung von Mehrklassen an den Realschulen. Ab dem Schuljahr 2017/2018 werden somit künftig keine Abweisungen mehr an den weiterbildenden Schulen erfolgen. Ein Bedürfnis für die Fortführung der Hauptschule bestehe daher nicht mehr, so die Bezirksregierung. Sollte die auslaufende Auflösung vorzeitig beendet werden, ist dafür ein gesonderter Ratsbeschluss erforderlich.

 

Nach dem Ende November erfolgten Ratsbeschluss hat die Stadt Minden am 7. Dezember 2016 erneut an die Bezirksregierung geschrieben und um eine neue Festlegung der Größen und Zügigkeiten für die beiden Realschulen gebeten. Dem wurde nun stattgegeben. Nach dem Schulgesetz NRW sind die Schulträger verpflichtet, die Schulgrößen ihrer Schulen festzulegen. „Die Stadt Minden kommt dieser Verpflichtung hinsichtlich der Realschulen mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 24. November 2016 nach. Die festgelegte Zügigkeit basiert auf dem Schulentwicklungsplan Minden 2017 bis 2022 für die allgemeinbildenden weiterführenden Schulen und deckt den erwarteten Bedarf an Schulplätzen in Realschulen der Stadt Minden ab“, so die Behörde in ihrem Schreiben.

 

Die Stadt Minden als Schulträger hat sich verpflichtet, ein ausreichendes Raumangebot bereitzustellen und zu unterhalten. Am Standort der Käthe-Kollwitz-Realschule wird dieses bis zum Schuljahresende 2018/2019 im Bestand ermöglicht, wenn der Jugendtreff „Westside“ ab Sommer 2017 übergangsweise auf dem Schulgelände in Containern untergebracht ist. An der Freiherr-von-Vincke-Realschule wird der zusätzliche Bedarf bis auf weiteres durch eine Containerlösung gedeckt. Bei Bedarf soll an den Realschulen ab dem Schuljahr 2018/2019 ab Jahrgangsstufe 7 ein Bildungsgang eingeführt werden, der zu den Abschlüssen der Hauptschule führt.

 

Bild: Hauptschule Todtenhausen © Stadt Minden
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